GebetsRaum in Weite

GebetsRaum in Weite

GebetsRaum in Weite

# Zum inneren Leben

GebetsRaum in Weite

Getragen auf Geierflügeln hast du uns, Gott:

hast uns aufgefangen und getragen, als wir müde wurden.

Du kreist mühelos über dem kargen Land

und blickst über zerklüftete Berglandschaften hin.

In all der Weite hältst du die Treue,

fraglos und unbeirrt bleibst du uns zugewandt.

Du weist uns die Richtung zur Gerechtigkeit,

auf dass wir Wege finden ins Land unserer Hoffnung.


So lässt du uns wohl ziehen

und wachst über unsere Wege

Wie du wachst an der Grenze von Leben und Sterben,

wenn du dem Leben seinen Lauf lässt, Ewige.

Denn das Vergehen schreckt dich nicht

und du bist größer als das Vergessen.

Du bist, du siehst und du bleibst,

du öffnest Horizonte und lässt uns leicht werden.

Gerade leicht genug, um mit unseren Narben zu leben

und uns aufs Neue anzuvertrauen.

Mit dir ist nichts zu verdienen,

Mit dir ist kein Staat zu machen:

Wappen und Münzen sind dir egal

und du legst keinen Wert auf all die Ehrbezeugungen.


Vielleicht lächelst du leise über unsere bunten Paraden

wie Eltern lächeln über das ernsthafte Spiel ihrer Kinder.

Uns aber bleibt eine Ahnung deiner Weite,

wenn dein Windhauch uns sachte streift.

Und unmerklich trägst du uns

hin zum Land deiner Ruhe.

AMEN.


ANNETTE JANTZEN, Dr. theol., ist freie Autorin und betreibt den Blog www.gotteswort-weiblich.de

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